„Ich habe durch den Kurs fundiertes Handwerkszeug an die Hand bekommen, um Menschen am Lebensende gut begleiten zu können“ fasste eine Teilnehmerin des Hospizbegleiter-Kurses ihre Erfahrungen der besuchten fünf Wochenenden im vergangenen halben Jahr zusammen.
In den knapp 100 Theoriestunden beschäftigten sich die angehenden Hospizbegleiter zuerst mit ihrer eigenen Vergangenheit und darin erlebter Verlusterlebnisse. Denn nur, wer mit sich selbst im Reinen ist, kann anderen Menschen ausreichend Ruhe und Stabilität vermitteln.
Doch auch die Kommunikation mit Menschen am Lebensende will gelernt sein, denn sie – und ihre Angehörigen – befinden sich in einer absoluten Ausnahmesituation. Die Teilnehmer erlernten die Grundlagen der Kommunikation und übten sich in Rollenspielen mit herausfordernden Gesprächssituationen. Dazu gehörte zum Beispiel der Unterschied von „Mitleiden“ und „Mitfühlen“, oder und an sich selbst auszuprobieren, wie „nah“ man einem fremden Menschen körperlich kommen darf und wo dessen Grenzen sind. Hilfreich auch zu wissen, wie man jemanden respektvoll berührt kann, ohne ihm zu nahe zu treten.
In weiteren Einheiten ging es um Trauerbewältigung, rechtliche Grundlagen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, um die Geschichte der Hospizbewegung – und nicht zuletzt den richtigen Umgang mit demenzkranken Menschen.
Die Berichte von Hospizbegleitern aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Vereins bildeten für die Kursteilnehmer einen der Höhepunkte. Denn Menschen zu Hause in ihrem vertrauten Umfeld zu begleiten, hat einen ganz anderen Charakter, als zum Beispiel Senioren im Pflegeheim zu besuchen oder krebskranke Patienten auf der Palliativstation.
Medizinische Information einer Palliativärztin und pflegerische Tipps eines Palliativpflegers rundeten das Kursangebot ab.
Durch ein 20-stündiges Besuchspraktikum in einer Pflegeeinrichtung konnten die Teilnehmer erste Gesprächserfahrungen sammeln. Diese wurden jeweils an den Wochenenden in der Gruppe besprochen.
Nun freut sich der Hospizverein im Landkreis Roth über voraussichtlich zehn neue Ehrenamtliche in seinen Reihen, denn viele Sterbende und ihre Angehörige brauchen jemanden an ihrer Seite, der ihnen Zeit und Zuwendung schenkt.
Hinzu kommt, dass voraussichtlich im nächsten Jahr das „Hospiz am Brombachsee“ seinen Betrieb aufnimmt und auch dort der Verein mit einer Reihe von Ehrenamtlichen aktiv sein wird.